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Maria Elisabeth von Österreich
Erzherzogin von Österreich

(13.08.1743 - 22.09.1808)

Maria Elisabeth von Österreich (v. Meytens)



Maria Elisabeth Josepha Johanna Antonia von Österreich-Lothringen kam am 13.08.1743 in Wien als 6. Kind und 5. Tochter des Kaiserpaares Franz I. Stephan und Maria Theresia in Wien zur Welt.

 
Maria Elisabeth von Österreich (1747/49, v. Meytens)

Für das außerordentlich hübsche und liebliche Mädchen wurden bedeutende politische Heiratsmöglichkeiten in Aussicht gestellt. An Anträgen mangelte es nicht, so dass Maria Theresia getrost das ein oder andere ablehnen konnte, da sie sich sicher sein konnte, das Beste für Elisabeth finden zu können.
Doch scheiterte dieses große Vorhaben, als die Erzherzogin im Herbst 1767 an den Pocken erkrankte. Aus Sorge um ihre Schönheit hat sich Elisabeth zu Beginn der Erkrankung einen Spiegel bringen lassen, um einen letzten Blick auf ihr hübsches Gesicht zu erhaschen. Die Erzherzogin überlebte die schlimme Krankheit, doch zerstörten Pockennarben ihre einstige Schönheit.
An eine aussichtsreiche Heirat war nun nicht mehr zu denken.

 
Maria Elisabeth von Österreich (1762, E. Liotard)

Und hier beschreiben diverse Historiker stets die dahingeschiedene Chance der Erzherzogin, an der Seite von König Louis XV. die neue Königin von Frankreich zu werden.
Die Historiker meinen, der alte König habe Interesse an der Hochzeit mit der schönen Erzherzogin Maria Elisabeth gehabt - nun, da seine Gattin verstorben sei - doch die Pockenerkrankung Elisabeths im Herbst 1767 habe dieses Vorhaben zunichte gemacht.

Da frage ich mich ernsthaft:
War sich keiner der Historiker darüber im Klaren, dass die französische Königin Maria Leszczyñska im Jahre 1767 noch am Leben war und damit eine neue Heirat Louis' XV. gar nicht in Frage kommen konnte?
Aus welchem Grund also sollte es 1767 zu Heiratsplänen zwischen dem frz. König und Maria Elisabeth gekommen sein?
Maria Leszczyñska verstarb erst im Juni 1768, zu diesem Zeitpunkt war die junge Erzherzogin wegen ihrer Pockenerkrankung aus dem Vorjahr längst von Narben übersäht und stand dem Heiratsmarkt nicht mehr zur Verfügung.
Ich finde es schade, dass sich die Theorie um eine Heirat zwischen ihr und Frankreichs altem König so hartnäckig hält, denn alle Fakten sprechen eindeutig dagegen.

  
links: Maria Elisabeth (1769, Joseph Ducreux)
rechts: Maria Elisabeth (unbekannter Künstler)

Maria Elisabeth litt jedenfalls unendlich unter dem Verlust ihrer einstigen Schönheit. Sie wurde fast verrückt vor Kummer und versuchte, der Entstellung mit allerlei Kosmetik und Medizin entgegen zu wirken.
Schließlich musste sie sich damit abfinden, niemals zu heiraten, niemals zu herrschen... aus der fröhlichen Erzherzogin wurde eine verbitterte alte Jungfer, die sich von der Welt abwandte.
Maria Theresia sah ihre gebrochene Tochter daher nun für den geistlichen Weg vor und verschaffte ihr die Stellung der Titularoberin des von Maria Theresia gegründeten Damenstifts in Innsbruck.
Vorerst wohnte Elisabeth jedoch weiterhin bei ihrer Familie in der Hofburg.

 
die Schwestern Maria Anna & Maria Elisabeth (Bildausschnitt; Joseph Haunzinger)

Nach dem Tod der Mutter 1780 verließ Maria Elisabeth - auf Befehl des von der "Weiberwirtschaft" genervten Josephs II. - den kaiserlichen Hof und wurde am 02.01.1781 Äbtissin des Adeligen Damenstifts in Innsbruck. Sie leitete dieses bis zum 20.03.1806.
1805 kehrte sie notgedrungen über Kärnten nach Wien zurück, da sie gegen Ende des Dritten Koalitionskrieges vor Napoleons Truppen fliehen musste.
Ihre letzten Lebensjahre verbrachte sie in Linz. Am 22.09.1808 starb sie dort und wurde in der Gruft der Jesuitenkirche beigesetzt.

 


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