2-2 Unglueck

Kapitel 2.2
30. Mai 1770
Ein tragisches Unglück



Anlässlich der Hochzeit des herzlich geliebten Thronfolgerpaares fand am 30.05.1770 auf der Place Louis XV (später: Place de la Révolution; heute: Place de la Concorde) für das Volk ein grandioses Feuerwerk statt. Die gigantische Show erleuchtete den Himmel über Paris und tausende von Menschen strömten herbei, um das Spektakel zu bewundern.
Der Platz war hoffnungslos überfüllt und die Zufahrten zur Place Louis XV waren verstopft von all den Kutschen der Adligen, denen es angesichts der Menschenmassen nicht gelang, sich einen Weg hindurch zu bahnen.

Während des Feuerwerks setzte eine der Feuerwerksraketen plötzlich eine Papier-Girlande in Brand. Die Rakete hatte sich auf ihrem Weg in den Himmel viel zu früh entzündet und streifte dabei brennend die Girlande. Das Unheil, das nun über die Schaulustigen hereinbrach, galt fortan als böses Omen für das Schicksal des jungen Thronfolgerpaares:
Die brennende Girlande fiel zu Boden und landete unglücklicherweise genau auf dem Lageort für den Raketenvorrat. Augenblicklich explodierten alle Raketen auf einmal und schossen kreuz und quer wild durch die Menge der Schaulustigen. Binnen weniger Sekunden breitete sich eine riesige Feuerwalze aus und zog mitten durch die Menschenmassen. Schreie, Hysterie und Panik verwandelten die zu Beginn so fröhliche Show in ein grauenvolles Ereignis.

Eine Flucht war nahezu unmöglich, denn immernoch strömten neugierige Menschen zur Place Louis XV und die Kutschen versperrten sätmliche Fluchtwege.
Erschwerend kam hinzu, dass sich die Place Louis XV zur Zeit im Baustellen-Zustand befand. Die vielen Baugräben waren zwar für die Show notdürftig mit Brettern abgesichert, doch hielten diese dem panischen Gedränge nicht lange stand. Und so stürzten die Flüchtenden in die Gruben, verletzten sich oder wurden gar durch andere stürzende Menschen erschlagen.

An diesem Tag starben offiziell etwa 135 Zuschauer. Die Dunkelziffer wird jedoch weit höher geschätzt. Dazu kamen diverse Verletzte.

Louis Auguste und Marie Antoinette waren tief betroffen, als sie von dem Unglück erfuhren. Beide spendeten sofort eine große Summe aus ihrem Privatvermögen, zur Hilfe für die Opfer und Angehörigen.

Die vielen Toten des 30. Mai wurden auf dem Friedhof der Madeleine-Kirche bestattet. Damals ahne noch niemand, dass viele Jahre später auch die Leichen Marie Antoinettes und Louis Augustes an dieser Stelle verscharrt werden würden...




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