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Kapitel 3.1
Le Roi est mort ! Vive le Roi !



Seit dem 27.04.1774 klagte König Louis XV. über heftige Kopfschmerzen und Schüttelfrost. Die Ärzte rieten ihm daher, das Petit Trianon, in das er sich gern mit Mme du Barry zurückzog, zu verlassen um sich im Château de Versailles auszukurieren.

König Louis XV. (1774, Armand Vincent de Montpetit)

Zwei Tage später stellten die Ärzte eine schreckliche Diagnose: Pocken !
Nachdem man den König einige Zeit im Ungewissen über seine Erkrankung ließ, wurde er am Abend des 03.05.1774 endlich aufgeklärt.
Umgehend ließ er seine Geliebte kommen und bat diese, sich aus Versailles zurück zu ziehen - sollte er im Sterben liegen, würde er nicht die heilige Kommunion erhalten, solange die Mätresse vor Ort ist.

Am 04.05. fiel der König erschöpft in eine tiefe Bewusstlosigkeit, erst drei Tage später kam er wieder zu sich. Tags darauf erhielt der Totgeweihte die Letzte Ölung.

Comte de Mercy, der für den Ernstfall längst gewappnet war, gab Marie Antoinette am 09.05.1774 erste Anweisungen, wie sie sich als Königin zu verhalten habe.
Er betonte, es sei immens wichtig, dass Marie Antoinette ihren Ehemann in allen Dingen lenke - ohne, dass dieser es bemerkt. Es wäre nicht auszudenken, wenn dieser auf korrupte Minister anstatt auf seine Frau hören würde.
Marie Antoinette wusste jedoch, dass dies eine schwere Aufgabe würde, zu ungern ließ sich ihr Gemahl in die Karten schauen.
Am 10.05.1774 starb König Louis XV. schließlich gegen 15:15 Uhr an den Folgen der schweren Erkrankung.

Louis Auguste wurde daraufhin als Louis XVI. König von Frankreich und Marie Antoinette wurde Königin.
Sofort nach dem Tod Louis' XV. reiste das junge Königspaar nach Choisy - Versailles war vergiftet von der Pockenerkrankung, sogar die Tanten erkrankten.
Aus Angst vor der schrecklicken Krankheit, ließen sich Louis XVI., seine Brüder und die Comtesse d'Artois am 18.06.1774 vorsorglich impfen.
Dadurch erkrankten die vier zwar wenige Tage später, allerdings verlief die Krankheit dank der Impfung kontrolliert und schon am 28.06.1774 war das Gröbste überstanden.
Marie Antoinette wurde bereits in ihrer Kindheit gegen die Blattern geimpft und musste daher nichts befürchten.

Als eine seiner ersten Amtshandlungen ließ Louis XVI. am 13.05.1774 die Mätresse seines Großvaters ins Kloster schicken und entfernte deren Gefolge vom Hof.
Marie Antoinette hatte damit über die Favoritin letztlich gesiegt.




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