4-1 Allianz

Kapitel 4.1
Die Allianz in Gefahr !



Die Allianz zwischen Österreich und Frankreich, die durch die Ehe Marie Antoinettes mit Louis XVI. gefestigt wurde, begann Anfang 1778 zu bröckeln.
Mit dem Tod des bayerischen Kurfürst Maximilian III. Joseph am 30.12.1777 erlosch die bayerische Linie der Wittelsbacher. Aufgrund der Erbfolge würde das Kurfürstentum Bayern nun an Kurfürst Karl Theodor aus der Linie Pfalz-Sulzbach fallen, doch Kaiser Joseph II. von Österreich intervenierte und beanspruchte die Gebiete für sich.

Es war abzusehen, dass Josephs Vorgehen in Europa missbilligt würde und so befürchtete Marie Antoinette, dass sich auch ihr Gatte gegen den Bruder wenden könnte.
Ihr Bruder und ihre Mutter bombardierten die Königin nun mit Anweisungen, den König betreffend. Preußen, der ewige Feind ihres Heimatlandes, würde sich womöglich mit Frankreich verbünden wollen - eine Tragödie bahnte sich an und Marie Antoinette, die ihren Ehemann nicht bedrängen wollte, fühlte sich von ihrer momentanen Position völlig überfordert.
Am 22.01.1778 bat sie ihren Gemahl erstmals, sich für Österreich einzusetzen und die Allianz aufrecht zu erhalten. Es folgten weitere solcher Bitten, doch der König wies seine Frau stets zurück, zu sehr grollte er Österreichs Vorgehen.

Marie Antoinette vermutete erneut die in ihren Augen unfähigen Minister ihres Gatten - die Messieurs de Maurepas und de Vergennes - dahiner, die derzeit nichts anderes beschäftigte, als einen Krieg gegen England herauf zu beschwören.
Im März 1778 zeichnete sich ein Krieg gegen England immer deutlicher ab. Frankreich schloss einen Handels- und Freundschaftsvertrag mit den amerikanischen Kolonien ab, die sich von ihrem Mutterland England lösen wollten.
Während der englische Botschafter abreiste und Frankreichs Botschafter aus England zurückkehrte, empfing man indes die Abgeordneten Amerikas in Versailles, darunter auch einen gewissen Benjamin Franklin.

Nebenbei war noch immer nicht der Bayerische Erbfolgekrieg aus der Welt und König Louis XVI. ließ verkünden, dass er sich weigere, den Vermittler zu spielen. Vielmehr würde er sich neutral halten.
Marie Antoinette versuchte, ihn über seine Minister Maurepas und Vergennes umzustimmen, doch auch hier stieß sie auf taube Ohren, man konzentrierte sich lieber auf den Krieg gegen England.
Und während sie auf der einen Seite auf Ablehnungs stieß, machte man ihr aus dem fernen Österreich Vorwürfe, sie würde nichts unternehmen.

Im Juli 1778 bewahrheitete sich der Königin große Angst: Friedrich II. von Preußen marschierte in Böhmen ein !
Die Angst um ihre Mutter belastete Marie Antoinette derart stark, dass Louis XVI. deren engste Freundin, die Madame de Polignac, die auf ihren Landsitz gefahren war, zurück an den Hof kommen ließ, um der Königin beizustehen.

Endlich, im August 1778 beschloss Louis XVI., den Preußenkönig zu warnen und signalisierte damit deutlich, auf wessen Seite er stehen werde, sollte Preußen seine kriegerischen Handlungen nicht unterlassen.
Ohne, dass es zu konkreten Gefechten kam, endete der Erbfolgekrieg mit dem Friedensvertrag von Teschen am 13.05.1779.




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