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Sophie Béatrice

(09.07.1786 - 18.06.1787)

Sophie Béatrice (1786, Elisabeth-Louise Vigée-Lebrun) 



Marie Sophie Hélène Béatrice de Bourbon kam am 9. Juli 1786 in Versailles als viertes Kind des französischen Königspaares Louis XVI und Marie Antoinette zur Welt.
Die Geburt war für die Königin besonders anstrengend, denn Sophie war ein außergewöhnlich kräftiges und großes Baby.

Sophies Leben war jedoch nur von kurzer Dauer; schon bald zeigten sich Missbildungen im Körperbau. Schließlich erkrankte die Kleine an Lungentuberkulose und verstarb nur 11 Monate nach ihrer Geburt, am 18.06.1787, an den Folgen.

Sophie Béatrice (1786, Elisabeth-Louise Vigée-Lebrun) 

Der Königin, deren Ruf zu dieser Zeit - kurz nach dem Ende der Halsbandaffäre - schon auf dem Tiefpunkt war, wurde inoffiziell die Schuld am Tod der Tochter gegeben.
Auch heute noch halten sich die Vermutungen hartnäckig aufrecht, die Missbildungen seien die Folge eines missglückten Abtreibungsversuches, da Sophie eventuell nicht die leibliche Tochter des Königs gewesen sei.
Nachweise gibt es hierfür natürlich nicht. Befürworter dieser These sehen jedoch in dem Namen des Kindes einen Hinweis... Die Schwester des 
Grafen von Fersen - dem man eine Liebschaft mit Marie Antoinette unterstellt - heißt Sophie und so könnte die Prinzessin nach ihr benannt worden sein.
Offiziell wurde Sophie de Bourbon jedoch nach Madame Sophie, der Tante des Königs, benannt. Die Namensgebung zu Ehren der vier Jahre zuvor verstorbenen Tante erscheint weit logischer.

Eine weitere Vermutung in Bezug auf Sophies Missbildungen ist, dass diese möglicherweise vom Korsett-Tragen herrührten.
Kritiker der Königin werfen ihr vor, sie hätte während der Schwangerschaft niemals auf das Korsett verzichtet und so die Gesundheit des Kindes gefährdet.
Dabei muss man wohl verdeutlichen, dass das Tragen eines Korsetts im 18. Jahrhundert nicht ungewöhnlich war und man während der Schwangerschaft passende Schwangerschaftskorsetts verwendete.
Einer Dame des 18. Jahrhunderts also vorzuwerfen, sie würde Korsetts tragen, wäre daher unsinnig, da das Korsett zur täglichen Bekleidung gehörte.
Heute wissen wir, dass das Tragen eines Korsett während einer Schwangerschaft
gesundheitsgefährdend für das Ungeborene ist, doch kann man Marie Antoinette aus den eben genannten Gründen kaum eine böse Absicht unterstellen. Heutiges Wissen um die Gesundheit sowie heutige Ansichten zum Verhalten während einer Schwangerschaft sollte man nicht auf das 18. Jahrhundert übertragen.

Wegen der kurzen Lebensdauer Sophies existieren nur die obigen zwei Portraits des Kindes.
Beide wurden von der Hofmalerin 
Elisabeth Vigée-Lebrun erstellt und waren eigentlich als Skizzen für ein Gruppenportrait der Königin mit allen vier Kindern gedacht.

Marie Antoinette mit ihren Kindern (1787, Elisabeth-Louise Vigée-Lebrun)

Das Bild enstand dennoch, allerdings ohne Sophie... doch thematisiert dieses Gemälde durchaus die kleine Tochter:
Louis-Joseph, der älteste Sohn, steht an der leeren Wiege und weist auf die fehlende kleine Schwester hin.
Madame Royale lehnt melancholisch dreinblickend an Marie Antoinettes rechtem Arm und der kleine Sohn Louis-Charles sitzt unruhig auf dem Schoß der Mutter.


 



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