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Kapitel 6.2
«Mon chou d'amour»



Ein Ereignis im Frühling des Jahres 1785 verschaffte der Königin neue Sympathien in der Bevölkerung: die Geburt eines zweiten Sohnes !
Am 27.03.1785 kam
 Louis Charles de Bourbon, Herzog der Normandie, zur Welt - die Thronfolge war nun mehr als gesichert.

Dieser glückliche Moment bescherte Marie Antoinette zwar nicht die uneingeschränkte Liebe des Volkes, der sie sich einst zur Geburt des ersten Thronfolgers sicher sein konnte, doch stieg das Ansehen der vielkritisierten Königin ein wenig.

Im selben Jahr bedankte sich die pennsylvanische Legislatur bei Frankreich für die Hilfe im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und widmete dem Gebiet "Dauphin County" im US-Bundesstaat Pennsylvania seinen Namen zu Ehren des französischen Thronfolgers Louis-Joseph.

Der im August 1785 aufgedeckte Halsbandskandal schädigte den Ruf der Königin jedoch plötzlich aufs Schlimmste. Marie Antoinette trug keinerlei Schuld an diesem Skandal. Doch der von ihr erwünschte Schauprozess gegen die Schuldigen sorgte für eine derart schlechte Publicity, dass Marie Antoinette für die Bevölkerung schlussendlich als Sündenbock diente.

Dass der mitbeteiligte Kardinal de Rohan, den Marie Antoinette aus privaten Gründen hasste, freigesprochen wurde, war ein Hohn für die Königin. Das Volk sah in der Anklage des Kardinals eher einen persönlichen Racheakt Marie Antoinettes.

Jeanne de la Motte, die Hauptschuldige des Skandals, wurde zwar verurteilt, doch gelang es ihr, Sympathien im Volk zu gewinnen, sich als Opfer der Königin in deren persönlichen Rachefeldzug gegen den Kardinal darzustellen. Obendrein verleumdete Jeanne die Königin, unterstellte ihr lesbische Beziehungen.

Zwar gab die Gerichtsverhandlung die wahren Schuldigen preis, doch hatte das Volk längst selbst sein Urteil gefällt und der Zorn richtete sich ausschließlich gegen die ungeliebte Österreicherin.

Nicht ohne Grund wird der Halsbandskandal seither als eine der vielen Ursachen gesehen, die zum Ausbruch der Französischen Revolution führten. Dass das Volk hierbei jedoch ein falsches Urteil fällte, mutet umso tragischer an...


 



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